USE IT OR LOSE IT
Wie der Körper Funktionen verliert
Herr P erlitt nach einer Operation einen deutlichen körperlichen Einbruch.
Die Ärzte empfahlen ihm physiotherapeutische Übungen, um Kraft und Beweglichkeit wieder aufzubauen. Doch diese Rehabilitation fand nur eingeschränkt statt. Mit der Zeit wurden Bewegungen immer seltener.
Zunächst verzichtete er auf das Gehtraining, später nutzte er überwiegend den Rollstuhl und schließlich verbrachte er den größten Teil des Tages im Bett.
Mit jeder Woche der Immobilität passte sich sein Körper an diese neue Situation an.
Die Muskulatur wurde schwächer.
Die Ausdauer nahm ab.
Die Lymphzirkulation verschlechterte sich.
Die Selbstständigkeit ging Schritt für Schritt verloren.
Nicht weil der Körper "aufgab", sondern weil er sich an das Nichtbenutzen anpasste.
Genau das beschreibt das Prinzip:
Use it or lose it.
Der Körper unterscheidet nicht zwischen „ich will nicht“ und „ich kann nicht“. Er reagiert auf das, was täglich geschieht. Was regelmäßig genutzt wird, bleibt erhalten oder entwickelt sich weiter. Was über längere Zeit nicht genutzt wird, wird vom Organismus Schritt für Schritt abgebaut.
Diese Geschichte ist keine Wunderheilung.
Und auch keine einzelne Erfolgsgeschichte.
Sie ist die Beobachtung eines physiologischen Prinzips, das ich in der Praxis immer wieder gesehen habe: Funktion, die nicht genutzt wird, geht verloren – und Funktion, die wieder aktiviert wird, kann teilweise zurückkehren.
Erster Kontakt
Mit Herr P habe ich mich kennengelernt, als ich noch als Physiotherapeut in einer Praxis in Berlin-Charlottenburg gearbeitet habe.
Mir wurde ein Hausbesuch für manuelle Lymphdrainage verordnet.
Als ich ihn zum ersten Mal zu Hause besuchte, sah ich einen Patienten, der sich seit etwa sieben Jahren in einem stark immobilisierten Zustand befand.
Er lag im Bett. Die aktive Bewegung war stark eingeschränkt.
Die Sprache war sehr reduziert und kraftlos.
Durch die lange Immobilität bestanden ausgeprägte Ödeme des gesamten Körpers. Sowohl obere als auch untere Extremitäten waren deutlich durch Flüssigkeitsansammlungen vergrößert.
Der Hauptkontakt erfolgte zunächst über seine Ehefrau, da die Kommunikation mit dem Patienten selbst nur sehr eingeschränkt möglich war.
Erste Reaktionen
Zu Beginn führte ich manuelle Lymphdrainage durch.
Schnell wurde jedoch klar, dass passive Maßnahmen allein nicht ausreichen.
Als ich ihn bat, erstmals aktiv zu versuchen, das Bein anzuheben, zeigte sich ein entscheidender Moment:
erste mikroskopische Bewegungen wurden sichtbar.
Sehr schwach, kaum kontrolliert – aber vorhanden.
Der Patient begann, die Extremität wieder wahrzunehmen. Es zeigte sich eine minimale neuromuskuläre Aktivität.
Dies war ein wichtiges Zeichen dafür, dass die neuronale Verbindung nicht vollständig verloren war.
Übergang zur aktiven. Rehabilitation
Ab diesem Zeitpunkt änderte sich der therapeutische Ansatz.
Es wurden eingesetzt:
*passive Bewegungen der Extremitäten
*aktiv-assistive Übungen
*Elemente der PNF-Therapie
*einfache Widerstands- und *Zugübungen (u.a. mit Stab als funktionellem Hilfsmitteln)
Der Fokus verlagerte sich von der reinen Flüssigkeitsreduktion hin zur Wiederherstellung von Bewegung als zentralem physiologischen Mechanismus.
Denn das Lymphsystem ist direkt von Muskelaktivität abhängig.
Funktionelle Entwicklung
Nach einigen Wochen zeigten sich deutliche Veränderungen:
*bessere aktive Beweglichkeit der oberen Extremitäten
*deutliche Reduktion der Ödeme im Bereich der Arme
*selbstständige Nahrungsaufnahme möglich
*verbesserte Aufmerksamkeit und Teilnahme am Alltag
Später begannen wir mit dem Transfertraining und der Nutzung eines Rollstuhls.
Der Patient lernte schrittweise:
*sich im Bett aufzusetzen
*Transfers Bett–Rollstuhl durchzuführen
*den Rollstuhl innerhalb der Wohnung selbstständig zu nutzen
Dies war ein entscheidender Schritt in Richtung funktioneller Autonomie.
Rückkehr in den Alltag
Der nächste Schritt war die Mobilität außerhalb der Wohnung.
Zum ersten Mal nach vielen Jahren konnte der Patient wieder nach draußen gehen – in einen nahegelegenen Park.
Er steuerte den Rollstuhl selbstständig und nahm seine Umgebung bewusst wahr.
Nach langer Zeit der Immobilität war dies ein wichtiger Moment der Re-Integration in die Außenwelt.
Physiologisches Prinzip
Dieser Fall hat ein grundlegendes Prinzip erneut bestätigt:
Der Körper passt sich dem an, was er tut.
*Nicht genutzte Funktionen degenerieren
*Wieder aktivierte Funktionen können sich teilweise regenerieren
Muskulatur, Nervensystem und Lymphsystem sind direkt abhängig von Bewegung und Belastung.
Fazit
Herr P ist kein Beispiel für ein „Wunder“.
Er ist ein Beispiel dafür, wie stark sich funktionelle Fähigkeiten selbst nach langer Immobilität verändern können, wenn Bewegung wieder systematisch aufgebaut wird.
Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Arbeit:
Use it or lose it ist kein Spruch – es ist ein physiologisches Anpassungsprinzip des Organismus.
Operationen vorbeugen
"Operationen sollten nicht immer die erste Wahl sein. Man sollte sie eher als letzte Möglichkeit in Betracht ziehen. Wenn Sie Schmerzen in den Kniegelenken, der Hüfte oder einem anderen betroffenen Gelenk haben, könnte die Diagnose Arthrose lauten. Es wird Ihnen möglicherweise vorgeschlagen, eine Hüft-Knie-TEP (Totalendoprothese) Operation durchzuführen.
Wie entsteht Arthrose und was sind die Ursachen? Der Knorpel ist oft dünn oder teilweise verschwunden, aufgrund von Reibung, die entsteht, wenn der Gelenkspalt zu klein ist oder gar nicht mehr existiert. Dadurch reiben die beiden Gelenkpartner aneinander und der Knorpel wird dünner. Ein weiteres Problem ist die Gangart eines Menschen. Wenn falsche Achsen während des Gehens verwendet werden, kann der Körper unter dem eigenen Körpergewicht Schaden nehmen. Bei einer Arthrose-Diagnose ist es wichtig, den Gelenkspalt zu vergrößern, um dem Körper die Möglichkeit zu geben, Knorpel zu regenerieren und wachsen zu lassen. Gezielte Übungen während der Krankengymnastik helfen dabei, Muskeln, Bänder und den allgemeinen Körperzustand zu stärken."
Wiederherstellung der Beweglichkeit
Die moderne Lebensweise erfordert heute oft weniger körperliche Aktivität, besonders in neuen Berufsfeldern. Die Gelenke bewegen sich meist nur mit geringer Amplitude, beispielsweise bei sitzenden oder stehenden Tätigkeiten. Dadurch passen sich Muskulatur und umliegende Gewebe an diese begrenzten Bewegungen an.
Warum benötigt der Körper dann lange Muskeln, die ständig mit Energie, Blut und Nährstoffen versorgt werden müssen?
Die Muskeln verkürzen sich und es entsteht eine Dysbalance im muskulären System. Dies kann zu Problemen an bestimmten Stellen im Skelett führen, da der Körper überlastet und überfordert wird, was Entzündungen begünstigt. Schreibtischarbeiter haben oft eine spezifische Körperhaltung: Die Arme sind nach vorne gestreckt und der Körper lehnt sich am Stuhl an, was zu einer Hyperkyphose (krummen Rücken) führen kann. In der Brustwirbelsäule verkürzen sich die Muskeln, insbesondere der Brustmuskel (M. Pectoralis), was den Brustkorb verkleinert und die Organe darunter zusammendrückt. Dies kann dazu führen, dass Herz und Lungen nicht effizient arbeiten können. Das Herz kann möglicherweise nicht genügend Blut pumpen und die Lungen können nicht ausreichend Sauerstoff aufnehmen. Dies kann zu Bluthochdruck und Sauerstoffmangel führen, was Erschöpfung und depressive Gefühle verursachen kann. Obwohl Menschen beginnen, zu joggen, um den Sauerstoffmangel im Körper zu reduzieren, löst dies das zugrunde liegende Problem nicht vollständig. Eine falsche Haltung kann zu Anspannung und Dehnung der Muskulatur im oberen Rücken führen, während die Rückenmuskulatur aufgrund schlechter Durchblutung und unzureichender Ernährung Schmerzen verursachen kann.
Eine Hyperlordose (Hohlkreuz) kann dazu führen, dass die Muskulatur im unteren Rücken überlastet wird und die Bauchmuskulatur ihre Funktion verliert, den Oberkörper aufrecht zu halten. Dies geschieht, wenn ein bequemer Stuhl die Muskeln ersetzt und der Körper seine Muskulatur anpasst, indem er Muskelmasse abbaut. Die Beckenstellung kann sich dadurch nach vorne neigen, was Schmerzen verursachen kann.
Langes Sitzen führt zu geringer Bewegung der Wirbelsäule und schlechter Nährstoffversorgung der Bandscheiben. Die Bänder und Muskulatur zwischen den Wirbelkörpern verkürzen sich, wodurch die Elastizität der Wirbelsäule verloren geht. Um Stabilität zu gewährleisten, beginnen die Wirbelkörper zu wachsen.
Um Beschwerden zu lindern oder sogar vollständig zu beseitigen und weiteren Folgen vorzubeugen, ist es wichtig, den Körper in Bewegung zu bringen. Dabei ist jedoch zu beachten, NIEMALS zu joggen (siehe Erklärung "Nicht Joggen"). Die Länge der Muskeln sollte der Länge der Knochen entsprechen. Das bedeutet, Muskeln, die sich im Alltag verkürzen, sollten gedehnt werden, während Muskeln, die durch langes Sitzen und Stehen geschwächt sind, gestärkt werden sollten. Joggen auf ebenen Strecken kann die Gelenke schädigen, da sich die Gelenkkapsel zusammenzieht und das Gelenk an die Aktivität anpasst. Um das Kniegelenk gesund zu erhalten, sollte es täglich über das Hüftgelenk gehoben werden.
WARUM MUSS MAN BARFUSS LAUFEN ?
Verbindung zwischen der Haut und zentralen Nerven System.
Überflüssige Energie die im Körper ensteht, soll aus dem Körper abgeleitet werden durch ein Medium wie Wasser oder Erde, aber wenn ein Mensch den ganzen Zeit nur mit Schuhen unterwegs ist die eine Gummisohle haben dann bleibt die überflüssige Energie im Körper und verursacht eine Verschlechterung den Zustand des Körpers und beienflusst auf Psychomatische und Körperliche Ebenen. Der Menschliche Körper ist ein Kraftwerk der Strom produziert überflüssige Energie muss abgeleitet werden.